Die menschliche Stimme als Medium für tiefgreifende Emotionen spielt für Sonja Grevenbrock seit jeher eine große Rolle. Die tiefsinnige Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Text, unabhängig von den vorherrschenden Konventionen, bildet die Grundlage ihres künstlerischen Schaffens. So reicht ihr vielschichtiges Repertoire von Gesualdo und Monteverdi über Bach, Mendelssohn und Rossini bis zu Jörg Widmann und Arvo Pärt, dessen Johannespassion sie im Frühjahr 2019 gemeinsam mit dem Bachchor Mainz unter Prof. Ralf Otto gestalten durfte.

 

Einer der jüngsten Erfolge der Sopranistin ist die Auszeichnung mit dem Preis der Walter und Charlotte Hamel Stiftung beim Bundeswettbewerb Gesang 2020 in Berlin. Bereits im September 2019 gewann sie den ersten Preis beim 35. internationalen Meistersingerwettbewerb. Hiermit würdigte die Fachjury ihre „beeindruckend klangschöne Wiedergabe der Arie der Manon“ (Markus Pacher). 2017 konnte sie hier sowohl den Publikumspreis als auch einen Förderpreis entgegen nehmen.

 

Bereits während ihres Studiums debütierte sie in der Rolle der Sandrina in Mozarts „La finta giardiniera“, als Dido in „Dido and Aeneas“ von Purcell, als Pamina in der Zauberflöte sowie als Drusilla/Virtú in Monteverdis „L'Incoronazione di Poppea“, mit der sie im Januar 2019 an das Nationaltheater Belgrad eingeladen wurde.

 

Ihre internationale Konzerttätigkeit führte sie bereits nach England, Malta, Luxemburg und die Niederlande.

2017 war sie Solistin bei einer Europatournee mit dem European Baroque Orchestra (Eubo) und 2018 beim Rheinvokal-Festival, welches sie für das Konzertjahr 2021 erneut als Sopranistin gewinnen konnte. Als Mitglied des Exzellenzprogramms „Barock Vokal“ verfeinerte sie ihr Repertoire und erhielt prägende Einblicke in den Bereich der historisch informierten Aufführungspraxis.

 

Als Konzertsopranistin arbeitete sie mit verschiedenen namhaften Dirigenten und Ensembles zusammen, darunter Wolfgang Katschner, Alfredo Bernardini, Prof. Ralf Otto, Manfredo Kraemer, Sigiswald Kuijken, Josep Caballé Domenech, Felix Koch und Michael Schneider sowie mit dem Bachorchester Mainz, dem Sinfonieorchester Münster, dem Neumeyer Consort und der Staatsphilharmonie Rheinlandpfalz.

 

Sie wurde in Münster, Westfalen geboren, wo sie ihren Bachelor bei Birgit Breidenbach absolvierte. Anschließend wechselte sie nach Mainz in die Klasse von Prof. Claudia Eder und beendete im Sommer 2019 ihre Studien mit einem Master Voice. Weitere Impulse erhält sie durch Meisterkurse u.a. bei Dame Emma Kirkby, Prof. Klesie Kelly-Moog, Prof. Christiane Iven und Prof. Olaf Bär. Sonja Grevenbrock ist Stipendiatin des Richard Wagner Verbands sowie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.